SEHBEHINDERT – UND TROTZDEM SICHER UNTERWEGS

Wenn für sehbehinderte Menschen Konturen ineinander verschwimmen und Details nicht mehr zu erkennen sind, ist das oft die Folge einer verminderten Kontrastwahrnehmung. Besonders bei ähnlichen Farben oder Helligkeiten wird es dann sehr schwer, sich zu orientieren: Wo beginnt die Treppe, wo ist der Handlauf, wo die Waggontür beim Zug, wo die aus dem Sandweg hervorstehende Baumwurzel?

 

Brillen mit speziellen Filtergläsern

Prinzipiell lässt sich die Wahrnehmung von Kontrasten auf zwei Arten verbessern: Zum einen durch eine gezielte Farbgestaltung im privaten und öffentlichen Raum – also beispielsweise Treppenstufenmarkierungen, farblich abgesetzte Geländer, auffällige Kantsteine etc. Hierfür macht sich unter anderem der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) stark, der den Sehbehindertentag 2016 am 6. Juni deshalb auch unter das Motto „Kontraste“ gestellt hat.

 

Zum anderen können optische Hilfsmittel wie Brillen mit speziellen Filtergläsern Abstufungen besser sichtbar machen und so die Orientierung auch dort erleichtern, wo es keine bewusste Raumgestaltung gibt, etwa in der Natur oder auf Reisen. Mehr Informationen dazu gibt es auch unter www.sehbehindertenspezialist.de und unter www.Ratgeberzentrale.de. Das bessere Kontrastsehen wird bei diesen Brillen durch sogenannte Kanten- oder Comfortfilter erreicht, zum Beispiel aus der „LifeLine“-Serie von Schweizer Optik.

 

Die Brillen filtern aus dem Spektrum des sichtbaren Lichts die kurzwellige blaue Strahlung ganz oder teilweise heraus. Denn Blaulicht wird im Auge besonders stark gestreut, so dass es das Bild auf der Netzhaut diffus überlagern und damit verschwimmen lassen kann. Außerdem verursacht es eine stärkere Blendung.

 

Fachliche Beratung nutzen

Solche Filter können bei vielen häufigen, mit verschlechtertem Kontrastsehen verbundenen Augenerkrankungen wie der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) oder dem Grauen Star eine große Hilfe sein.Sie schützen außerdem die Augen vor weiterer Schädigung durch aggressives Blau- und UV-Licht. Es gibt ein großes Angebot an verschiedenen Filtern und Modellen. Für Auswahl und Anpassung sollte man sich bei einem zertifizierten „LowVision“-Optiker ausführlich beraten lassen. (djd).

Wie funktionieren Kanten- und Comfortfilter?

(djd). Unsere Augen können Licht mit Wellenlängen von ca. 400 bis 780 Nanometern sehen, Blaulicht liegt im Bereich zwischen etwa 400 bis 500 Nanometern. Kantenfilter blocken Lichtwellen bis zu einer bestimmten Wellenlänge – etwa 400, 450 oder 511 Nanometern – komplett ab.  Dadurch werden die Kontraste geschärft, aber auch die Farben verändert, was die Fahrtüchtigkeit einschränken kann. Comfortfilter lassen dagegen gerade eben genug Blaulicht für einen natürlichen Farbeindruck durch. Unter sehbehindertenspezialist.de gibt es mehr Informationen zu diesem Thema.

 

 

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